Neurodermitis – auf der Suche nach Hilfe

Als in unserer Familie vor nunmehr 12 Jahren ein Fall von mittelstarker Neurodermitis auftrat, wurden wir mit diesem Thema konfrontiert. Wir wandten uns an mehrere Hautärzte und sogenannte Spezialisten. Da die Diagnose klar war, war auch sah die Behandlung auch ziemlich gleich aus. Man richtete sein Augenmerk auf die Behandlung der Symptome. Und das ist die Herausforderung bei Neurodermitis: Die Ursachen sind nicht eindeutig. Zur Linderung der akuten Hautsymptome kommt meist eine Creme mit Kortison oder einem Kortisonersatzstoff zum Einsatz. Daneben werden die nicht nässenden, aber sehr trockenen und juckenden Hautstellen mit einer Basiscreme mehrmals täglich eingecremt. Wir waren sehr angetan von der Basiscreme mit Borretschsamenöl (rührt jede Apotheke an). Unseren Gedanke, dass eine Haut lernt, selbst mit ihrer Trockenheit umzugehen, wenn man sie nicht immer zu sehr „verwöhnt“, legten wir bald ab. Bei Neurodermitis lernt die Haut das eben nicht. Also muss man ihr helfen – mit ständigem Eincremen. Und Finger bzw Nägel weg und nicht kratzen. Die offene, verletzte Haut ist geradezu ein Nährboden für Keime und Krankheitserreger und es entsteht ein Teufelskreis.

Gegen das unbewusste Aufkratzen in der Nacht gibt es einen speziellen Neurodermitis-Schlafanzug. Bei diesem Schlafanzug sind Hände und Füße fest von Stoff umgeben, so dass ein Kratzen mit den Fingernägeln kaum mehr möglich ist – eine echte Hilfe, auch wenn es im Sommer sehr warm wird. Nägelschneiden ist immer gut! Und das Baden der betroffenen Stellen oder des ganzen Körpers mit einem gerbstoffhaltigem Mittel. Um am Tag offene oder nässende Stellen zu schützen haben wir eine spezielle fetthaltige Wundauflage und einem Gasestrumpf zum Fixieren eingesetzt.

Ich surfte stundenlang auf Internet-Seiten und in den dazugehörigen Foren zum Thema. Nach und nach erschloss sich mir das Thema in seiner ganzen Komplexheit. Wir probierten viele Behandlungstipps aus. Es zeigte sich an Hand von Schilderungen Betroffener, dass ein Zusammenhang zwischen Ernährung sowie Stress und Verlauf der Symptome besteht.

In einem Neurodermitisforum aus der Schweiz fand ich dann einen einzelnen Beitrag, der mir eine etwas andere Sicht auf die möglichen Ursachen erlaubte.

So sind Kinder und Erwachsene verstärkt betroffen, die eine empfindliche dünne Haut haben. Über diese Beobachtung und einer eher ganzheitlichen Sicht auf den Menschen kamen einige Ärzte und Naturheilkundler auf die Idee, sich die „Innenhaut“ – also die Abgrenzung unseres Körpers zur Umwelt im Innern – genauer anzusehen. Wenn nun nicht nur die „Außenhaut“ empfindlicher und dünner ist, sondern das gleiche auf unsere „Innenhaut“ zutrifft, was könnte dann die Folge sein? Möglicherweise wäre dann unsere Darmhaut auch etwas dünner und durchlässiger. Eine höhere Darm-Durchlässigkeit könnte Stoffen ermöglichen, einfacher in unseren Körper zu gelangen, wo sie nicht hingehören. Insbesondere wenn die Darmfunktion durch eine ungünstige Darm-Flora negativ beeinflusst ist.

Mit diesem Wissen führten wir Joghurt als regelmäßiges Nahrungsmittel ein und verzichteten auf Tomaten, Mango, Orangen, Honig, Erdbeeren und generell auf das „Süße“. Wir bemerkten bald eine Besserung der Neurodermitis. Diese Beobachtungen können wir aber nicht verallgemeinern. Wir können Ihnen nur Anregungen geben und sie zum Ausprobieren anregen.

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